Einfach materialistisch

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Effektvolle Raumwirkungen
können auch aus unspektakulärem Material entstehen

Wer eine Marke in einem temporären Raum inszenieren will, muss die gewünschte Wirkung oft mit vergleichsweise einfachen Mitteln erzielen. Denn ein Pop-up Store oder Messestand muss nicht nur schnell auf- und wieder abgebaut werden können, in der Regel muss er vor allem in einen engen Kostenrahmen passen. Hochwertige oder ungewöhnliche Oberflächen sprengen gerne das Budget – doch ein kreativer Umgang mit Material kann selbst einfachste Werkstoffe in eine effektvolle Markeninszenierung verwandeln.


Für adidas beispielsweise hat die D‘art Design Gruppe einen Hingucker aus 10 Kilometern Kabelschutzschläuchen kreiert. Bei der Modemesse Bread & Butter wurde der Auftritt des Sportartikelherstellers eingerahmt von einer regelrechten Hecke aus Schläuchen, wie sie normalerweise zur Unterputzverlegung von Elektrokabeln verwendet werden. Der raue Look des Werkstoffes trotzte dem High End VIP-Feeling der Modeszene und verhalf dem adidas-Auftritt in dieser Form zu einer einzigartigen Lässigkeit.

Leuchtfolie illuminiert Grundig - Philips glänzt mit einer "Lightwave".

Licht als Markenarchitektur

Eine coole und fast schon mystische Wirkung erzielte unser Design-Team für Grundig mit Hilfe von Leuchtfolie. Auf der IFA war ein Ausstellungsraum des Herstellers von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten in nächtliches Schwarz getaucht – nur punktuell erhellt durch Leuchtbänder und Leuchtzeichen, was den Fokus auf die Farbbrillanz und Leuchtkraft der Grundig TV-Geräte verstärkte.


Wie es aussehen kann, wenn Beleuchtung die entscheidende Rolle spielt, zeigt sich auch am Beispiel eines Auftritts von Philips Professional Lighting bei der Light + Building: Hier schuf Dart mit der „Lightwave“ eine 260 Meter lange, raumhohe, organisch geschwungene Lichtmembran. Die dynamische Mediatektur aus Licht, Bild und Klang versetzte die Besucher eindrucksvoll in unterschiedliche Stimmungen und demonstrierte so die Wirkung des Produkts, ohne es vordergründig selbst zu zeigen („Feel what light can do“).


Neben Licht kann auch Luft zu einem architektonischen Element werden, so wie es die D’art Design Gruppe für Gabor bei der Schuhmesse GDS umgesetzt hat. Eine fünf Meter hohe und 25 Meter lange Wand des Auftritts bestand aus einer mit Luft gefüllten Kunststoffmembran, die zusammen mit einer blauen Beleuchtung für ein futuristisches Ambiente sorgte.

Eine riesige Luftwand schafft Atmosphäre für Gabor

Komplett verholzt oder total verspiegelt

Den massiven Gegenentwurf lieferte Dart mit einer Selbstpräsentation auf der Handelsleitmesse EuroShop. Für das Projekt „Undo“ verwendeten unsere Designer nur ein einziges Material, nämlich Kiefernholz in Form von Dreischichtplatten. Daraus wurde ein Stand, der wie aus überdimensionalen Holzbausteinen zusammengesetzt schien. Mit normal großen Bauklötzen, ebenfalls aus Kiefernholz, konnten Besucher im Standinneren das Motto „Undo“ durch Konstruktion und Destruktion zum Leben erwecken.


Der neueste Dart-Auftritt bei der EuroShop setzte auf ein altbekanntes und für Markenarchitektur eigentlich schwieriges Material: Spiegelfolie. Für „from scratch“ hat die Agentur sich selbst mit dem spannendsten Moment des Kreativprozesses inszeniert - der Inspiration. Dafür wurde der Stand von außen komplett verspiegelt, so dass er zunächst fast unsichtbar wirkte und nur in der Reflexion seiner Umgebung sichtbar wurde. So wie die Designer reflektieren, um inspiriert zu werden und Neues zu erschaffen. Im Innenraum konnten Messegäste mit 3D-Buchstaben und digitalen Zeichenstiften schließlich selbst kreativ werden.


Mehr zu besonders flexiblen Materialien für temporäre Bauten, wie Tapeten im Beton-Look, leuchtendes 3D Effekt-Gewebe oder duftende Dekorbeschichtungen mit Almheu, findet sich in einem Dart-Gastbeitrag in der aktuellen designreport 4/2017.

Dart erfindet sich für die EuroShop immer wieder neu: mal ganz aus Kiefernholz, mal vollverspiegelt.


Fotografie: D'art Design Gruppe / Lukas Palik (Undo, from scratch, Grundig), Jörg Hempel (adidas, Gabor), H.G. Esch (Philips)

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