„Wir wollen Geschichten erzählen“

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Markus Schüller, Geschäftsführer der Schüller Möbelwerk KG, und der Unternehmenssitz im fränkischen Herrieden.



Interview mit Markus Schüller

Die Berücksichtigung gesellschaftlicher Trends und deren Umsetzung im Produktdesign sind bei dem fränkischen Küchenhersteller Schüller Möbelwerk KG ein fester Bestandteil des Erfolgsrezepts. Die D'art Design Gruppe als neuer Kreativpartner in Sachen Messedesign und -konzeption sprach mit Geschäftsführer Markus Schüller über Storytelling, die Rückkehr zur Mailänder EuroCucina und die Kooperationspremiere.

 

 

Herr Schüller, die Welt ändert sich rasant durch die allgegenwärtige Digitalisierung. Sie sind auch nach vielen Jahren weiterhin sehr erfolgreich mit Küchenmöbeln – ein Widerspruch?

Nein! Grundsätzlich ist Kochen eine elementare Angelegenheit. Darüber hinaus verbindet man mit der Küche aber auch emotionale Werte. Die Küche ist ein Stück Heimat und hat sich dazu im Laufe der Zeit zu einem Designobjekt, ja gar zu einem Prestigeobjekt gewandelt. Das macht die Küche immer noch begehrenswerter.

 

 

Die Digitalisierung hat unter anderem die Gegenbewegung der Re-Analogisierung ausgelöst, Menschen suchen wieder verstärkt das Echte – wie sehr spielt das Ihnen als Hersteller von nachhaltigen Küchen in die Hände?

Als Gegenpol zur sehr komplexen Welt, die immer höhere Ansprüche an uns Menschen stellt, ist das Kochen ein Handwerk, das einen gewissen Ausgleich dazu schaffen kann. Manch Hobbykoch besitzt die Fähigkeiten eines Profis. Dadurch ist das Bewusstsein für Qualität in der Kücheneinrichtung gewachsen, was unseren langlebigen Produkten Made in Germany zugutekommt.

 

 

Auch der Megatrend Individualisierung findet sich in Ihren Produkten wieder: sie sind individuell anpassbar, genügen auch einem hohen Qualitätsanspruch und helfen bei der Selbstoptimierung, in diesem Fall beim Kochen. Inwieweit sind Küchen auch ein Spiegel der Gesellschaft?

Die Kücheneinrichtung von heute ist genau so anspruchsvoll wie das restliche Leben. In unserem Sortiment ist ein riesen Spektrum an Schranktypen, zahlreiche Oberflächenmaterialien und Funktionen stehen zur Auswahl - nicht zu vergessen die Möglichkeit der verschiedenen Arbeitshöhen. Wo vieles globalisiert wird, bietet der private Rückzugsort der Küche die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit auszudrücken. Außerdem ist eine individuelle Küche inzwischen ein Statussymbol und drückt den hohen Anspruch an Perfektion aus.

 

 

Sie betreiben intensiv Trendforschung – wie schwierig ist es als Hersteller von Küchenmöbeln, auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen Antworten zu finden und mit den eigenen Produkten Lösungen anzubieten?

Wir bleiben einfach immer nah an den Menschen und deren Bedürfnissen. Dazu gibt es gleich drei gute Beispiele aus den letzten Jahren: Erstens war unsere Zertifizierung mit dem PEFC Siegel eine Antwort auf das gewachsene ökologische Bewusstsein. Zweitens haben wir mit unserem modernen Country Style dem Trend des skandinavisch-natürlichen Stils entsprochen. Und drittens haben wir mit dem neuen Konzept für das Thema Hauswirtschaftsraum die aktuelle Wohnungssituation optimal interpretiert. Ob Urbanisierung auf wenigen Quadratmetern oder Neubau auf dem Land ohne Keller - das Konzept sieht schick aus und organisiert Vorrat, Wäschepflege, Reinigung und Recycling. Brauchen Sie noch weitere Beispiele?

 

 

Im April 2018 präsentiert sich Schüller auf der weltweit größten und wichtigsten Küchenmesse, der EuroCucina, nach acht Jahren Pause – was hat Sie bewogen, wieder in Mailand dabei zu sein?

Mailand ist der Hotspot für internationales Möbeldesign - ein Schmelztiegel der Kreativität. Hier kommt alles zusammen, was in der Designwelt Rang und Namen hat – die ideale Plattform, um uns als starkes Unternehmen zu präsentieren und die Premium-Marke next125 einem breiten, internationalen Publikum vorzustellen.

 

 

Sie arbeiten für die EuroCucina 2018 erstmalig mit der Kreativagentur D’art Design Gruppe aus Neuss zusammen – was hat sich dadurch an ihrem Messeauftritt geändert, und was bedeutet gutes Messe-Design für sie?

Wir haben einen sehr hohen Anspruch, was unsere Messestände angeht. Eine schöne Hülle alleine reicht uns nicht. Wir wollen Geschichten erzählen, die Unterschiede der beiden Produktlinien optimal herausarbeiten und unsere Produktneuheiten kommunizieren. Dies aus der Sicht eines Messeprofis zu sehen, war sehr spannend. Die Umsetzung durch Dart als kompetenten und leistungsfähigen Partner war die richtige Entscheidung.

 

 

Das Unternehmen Schüller ist seit dem Start 1966 inhabergeführt, genau wie die D’art Design Gruppe – wie wichtig ist Ihnen diese Gemeinsamkeit mit dem neuen Kooperationspartner?

Ein gemeinsames Grundverständnis der Werte ist von Vorteil. Wir waren uns von vorne herein in vielen Punkten gleich einig. Verantwortung zu tragen und Herausforderungen zu meistern mit dem Ziel, nachhaltig erfolgreich zu sein und dies bei maximalem persönlichem Einsatz. Dies kennzeichnet inhabergeführte Unternehmen. Somit hat unser Denken und Handeln eine gemeinsame Basis.

 

 

Mit Ihrem Auftritt auf der EuroCucina präsentieren Sie sowohl die Premiummarke next125 als auch die Handelsmarke Schüller.C  – worauf kam es Ihnen bei der räumlichen Inszenierung der beiden Marken an?

Jede Collection wird konsequent eigenständig geführt. Die Vorteile und das jeweilige Erscheinungsbild optimal zur Geltung zu bringen, war uns ein großes Anliegen. Von dem Entwurf für die unterschiedlich gestalteten Bereiche auf einer einheitlichen Plattform waren wir sofort begeistert.

 

 

Auf Ihrem Mailänder Messeauftritt und ebenso in Ihrer next125-Kampagne geht es „tierisch ab“: Da sieht man Schafe, Gänse oder Allgäuer Braunvieh in next125-Küchen. Wie sind die Markenbotschafter mit Wolle und Gefieder angekommen?

Unsere Hauptdarsteller der Marken-Kampagne next125 sind starke Sympathieträger. Sie bringen eine emotionale Komponente ins Motiv und werden ergänzt durch eine ungewöhnliche Location. Die Motive als Leitidee auf dem next125 Messestand begleiten unsere Markenattribute beim Produkt und bringen sie mit der Inszenierung voll zur Geltung. Wer könnte da widerstehen?

 

 

Herr Schüller, vielen Dank für das Gespräch.

Fotografie: Schüller Möbelwerk KG

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