A sense of unity

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In den letzten 18 Monaten hat die Pandemie jegliche Art von Live-Events weltweit verhindert, komplette Wirtschaftszweige stehen still. Der gesamte Wettbewerb der Live-Kommunikation konzentriert sich seitdem im Digitalen Raum. Und auch sobald Präsenzveranstaltungen wieder möglich sind, werden Events im Neuen Normal noch auf einige Zeit nicht so normal sein, wie wir sie zuvor kannten. 


Die Rückkehr der Nähe

Wie war das noch? Auf Events gehen, Menschen treffen, sich zur Begrüßung umarmen, reisen, gemeinsam die Zeit genießen. Ohne Ausgangsbeschränkungen, ohne Test, Impfung, Grenzwerte, ohne Desinfektion und schlechtes Gewissen. Herrliche Zeiten, aber kaum noch vorstellbar nach 18 Monaten Dauerkrise.

 

Gesellschaft und Wirtschaft haben sich verändert, mussten sich anpassen und vieles wurde unternommen, um die fehlenden Kontaktmöglichkeiten digital auszugleichen. Kreative Lösungen wurden gesucht, wie wir einerseits die erforderliche Distanz wahren, uns aber trotzdem nah sein können. Aus einem globalen Stillstand wurde so auch eine globale Highspeed-Digitalisierung. Und dies nicht nur für Technologie- oder Großkonzerne, sondern ebenso für weite Teile des Mittelstands, wie auch für jeden Einzelnen im privaten Umfeld. Von allen Seiten ploppen hybride Lösungen auf, die den Betrieb in Gang halten und die Menschen in ihrem beschränkten Alltag erreichen sollen. Im Home-Office trifft man sich in Zoom-Meetings, Online-Bestellungen werden kontaktlos über Zero-Touch Technologien übergeben, und Veranstaltungen finden online statt. 

 


 

Zeit für ein Zwischenresümee: Was haben wir gelernt? 10 Erkenntnisse aus unseren Erfahrungen im Bereich der (Live-) Kommunikation im Raum.

 

 

#1     Film als Alternative
Wenn das Erlebnis mit allen Sinnen im Rahmen einer physischen Veranstaltung ausbleiben muss, kann die Empathie für Andere eine funktionierende Alternative darstellen. Film und Bewegtbild mit ihrer audiovisuellen Mischung haben das Potenzial Situationen zu zeigen, die wir ganz real miterleben und mitfühlen. Emotionen entstehen hierbei primär durch „Handlung“, ganz unabhängig davon, ob dabei fiktive oder reale Situationen dargestellt werden. Gutes Storytelling und das Beherrschen der gestalterischen Mittel machen es möglich, komplexe Informationen schnell und emotional überzeugend zu vermitteln. Damit das funktioniert benötigt es aber eine individuell zugeschnittene Lösung – je nach Kontext, Format, Inhalt und Flughöhe.

 

#2     Casting
Nicht ohne Grund hängen Filme an ihrer Besetzung. Es ist essentiell welche Personen für welche Rollen besetzt werden, um glaubwürdig und sympathisch Inhalte anbieten zu können. Authentische, überzeugende Darsteller aus den eigenen Reihen sind hier eine gute Wahl zur Kommunikation von Inhalten und als wirksamer Identifikationsträger. Oft kann so auch an zurückliegende „reale“ Begegnungen der Zielgruppen mit diesen Darstellern angeknüpft werden, entsprechend intensiver und emotionaler ist dann die Wirkung. Speziell digitale Live-Veranstaltungen fordern darüber hinaus aber auch eine professionelle (externe) Moderation und zunehmend die Besetzung von themenrelevanten und idealerweise prominenten Gästen als zusätzliche Attraktoren.

 

#3     Digitale Räume
Neben der naheliegenden digitalen 1:1 Simulation von Begegnungsräumen (Messen, Shops, Ausstellungen) und einer spontanen filmischen Nutzung vorhandener Räumlichkeiten zum Beginn der Krise, hat sich eine Vielzahl neuer Formate entwickelt. Einmal die Kreation von fiktiven Digital-Architekturen und räumlichen Strukturen, häufig um hier (befreit von Budget, Physik und Bauzeiten…) einen beeindruckend „großen“ Rahmen zu visualisieren. Die Bandbreite reicht dabei von abstrakt skizzierten Kreativ-Stages bis hin zu konventionell orientierten Architekturen. Daneben werden zunehmend fotorealistisch gerenderte, interaktive Situationen entwickelt – hier liegt der Fokus auf einer perfekt inszenierten räumlichen Erfahrung. In Verbindung mit den illusionären Techniken der Gaming Branche entstehen hier mittlerweile überzeugende und „live“ im Browser spielbare 360° Welten – mit und ohne VR Brille.
 

GROHE X - Digital
Experience Hub   
#3 #5

Schüco Innovation Now - Online Plattform   #1 #2

 

#4     Hybride Räume – Mix & Match
Extrem spannend ist die Verbindung von virtuellen (teilweise live gerenderten) Räumen und realen Studio-Räumlichkeiten. So gelingt die Integration von realen Personen in frei veränderbare, digitale Settings. Das Potenzial ist riesig und umfasst Live-Veranstaltungen mit virtueller Bühne, Präsentationen à la Apple, systematische Produkt Deep-Dives bis hin zu technisch versierten Training Sessions. Dabei können die benötigten Studio Räumlichkeiten von temporär/gemietet bis zu Festeinbau im Dauerbetrieb passend dimensioniert werden. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist die stimmige Definition der benötigten Formate, der Nutzungsfrequenz und eines übergeordneten Gestaltungsrahmens für Raum, Inszenierung, Interaktion und On-Screen/Motion.


#5     Festival Experience
Erfolgreich zeigt sich auch eine Verbindung unterschiedlicher digitaler Räume, durch die Kreation eines 360° Communication-Hub. Hier treffen zeitlich verknappte Event-Inhalte, Film, Magazin, Produktinformationen und virtuell begehbare Räume zusammen und bieten ein abwechslungsreiches Festival-Erlebnis. Besucher können digitale Räume mit unterschiedlichsten Funktionen sowie Live-Streaming-Events besuchen und genau jene Inhalte auswählen, die für sie interessant sind. Eine begleitende Kampagne und intensive Werbung im Vorfeld sind hierbei ebenso Bedingung, wie entsprechend hochwertige und dauerhaft gepflegte Inhalte.

 


Henkel Content Factory - Creative Hub & Film and Photostudio   #4

SMA 
Solar Academy
- Branded Streaming Studio   #4 #5

 

#6     Brand Spaces
Sicherlich immer noch die Königsdisziplin, verbinden sich in Festinstallationen im Idealfall alle verfügbaren medialen Handlungsstränge zu einem perfekt orchestrierten Gesamterlebnis. Bereits in Pre-Covid Zeiten etablierte Lösungen mit mobiler Übertragungstechnik für hybride Visits wurden ausgebaut und durch angebundene Online-Plattformen weiter professionalisiert. Insbesondere B2B Markenwelten funktionieren auch mit kleinen Besuchergruppen und bieten ein hochwertiges Umfeld zur Inszenierung und Produktion von Film-/Live Inhalten. Aktuelle Planungen denken solche Projekte als Multi-Räume, digital verbunden mit anderen Locations und mit professionell ausgerüsteten Studio-Bereichen zur Content Production oder für ein Event-Hosting.


#7     Marathon
Wir trainieren hier Langstrecke. Durch den Entfall jeglicher Veranstaltungen konzentriert sich der gesamte Wettbewerb im Digitalen. Entstanden ist eine Vielzahl von Plattformen, Events und Aktionen, welche jetzt alle nebeneinander im gleichen medialen Kontext um Aufmerksamkeit buhlen. Vermessen, wer hier denkt eine der großen (früher normalen) internationalen Veranstaltungen ersetzen zu wollen. Besser funktioniert eine dauerhafte, ernsthafte Auseinandersetzung mit digitalen/hybriden Möglichkeiten, um dann über einen längeren Wirkungszeitraum ähnliche Kontaktzahlen und Frequenzen zu erreichen. Professionelle Auswertungen, Tracking und Analyse des Nutzerverhaltens helfen dabei die gewählten Lösungen immer weiter zu verbessern.


#8     Desk = Dead?
Der bereits länger in Bewegung geratene Übergang von privat/beruflich steht ebenfalls zur Diskussion. Innerhalb kürzester Zeit verlagerten sich zahlreiche Tätigkeiten ins Homeoffice. Open Space verwandelte sich in Digital Space, und wir wurden gezwungenermaßen zu Tech Wizards in der Abstimmung von Licht, Audio, Hintergrund und Kamerasettings. Mit den wachsenden „on Camera“ Fähigkeiten entstehen jetzt neue Rituale, Möglichkeiten und auch Bedürfnisse an eine neue Arbeitswelt. Wir suchen gesamtgesellschaftlich nach einer neuen, kurzfristig anpassbaren Balance und wir fragen uns: wieviel Office verträgt Home? Wie „remote“ wird das neue Büro? Wieviel Fläche benötigt ein Hybrid Office? Antworten gibt es leider nicht pauschal, aber eines ist sicher: hier lauert Arbeit … denn diese Erfahrungen wollen analysiert, bewertet und neue Lösungen geplant und gestaltet werden.
 

 

SK Magic 
Magical Walk - 
Brand Space   #6

Dart Desk Fan   #8

Henkel Laundry & Home Care - Customer Experience Center   #6 #9

 

#9     Brand Experience
Innovative Marken haben immer schon die Aufgabe, Komplexität zu reduzieren, Sicherheit anzubieten, neue Wege aufzuzeigen, zu inspirieren und Menschen emotional zu begeistern. Nach dem Abklingen der ersten Panik-Reaktionen werden in unserer neuen Wirklichkeit vermehrt Grundfragen nach „Purpose“ und Bedeutung gestellt und neue Leitideen eingefordert. Marken stehen unter einem steigenden Druck, für etwas Größeres zu stehen als ‚nur‘ für die Produkte oder Dienstleistungen, die sie anbieten – Visionen, Verantwortung und überzeugende Perspektiven spielen eine entscheidende Rolle für zukünftige Erfolge. Dabei ist es zweitrangig, ob ausschließlich digitale oder hybride digital/analoge Kommunikationswege beschritten werden – es geht um Führung, Haltung, Inhalte und konkrete Angebote. Doing, not talking ist hier die Devise.


#10     Unity
Was trotzdem fehlt ist der physische Kontakt zu anderen. Denn wir sind weder Nestflüchter noch Nesthocker, genau genommen sind wir „Traglinge“. Das gehört zur Grunderfahrung unserer Spezies, wir brauchen Körperkontakt, damit wir wachsen. Im privaten wie auch im beruflichen Umfeld wird es langfristig nicht ohne ‚echte‘ Nähe gehen, das dürfte uns allen mittlerweile klar geworden sein. Rein digitalen Kontakt hatten und haben wir im Überfluss, aber das ist kein vollwertiger Ersatz.

 

Gute ‚echte‘ Events beginnen nicht erst mit der eigentlichen Veranstaltung, sondern bereits weit im Vorfeld – mit der Vorfreude: auf ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, eine spannende Reise zu einer attraktiven Destination, auf gemeinsame kulturelle Aktivitäten und kulinarische Genüsse. Hinzu gesellen sich dann spontane, zufällige Ereignisse und Begegnungen – Überraschungen und gänzlich ungeplante Neuentdeckungen. Es ist die Summe, die Dichte und die Qualität all dieser Reize, welche physische Events zu einer überzeugenden Gesamterfahrung – zu einer großartigen Erinnerung werden lässt. 
 

 

Die Frage, wie sich die Live-Kommunikation im Raum nach der Pandemie gestaltet, ist nicht mit „entweder/oder“ zu beantworten. Die riesige Chance, die sich momentan bietet, ist die Verbindung von analogem Raum und neuen digitalen Formaten. 

 

 

Wir alle sind Jäger und Sammler – von Erfahrungen, Begegnungen und Eindrücken. Wir lieben es, uns gegenseitig Geschichten zu erzählen und dabei körperlich zu agieren. Am liebsten in inspirierender Atmosphäre als eine sinnliche Gesamterfahrung. Rein digitale Messen, Events und Veranstaltungen während der Pandemie sind als sinnvolle Notlösung akzeptabel, aber sie sind in dieser Form keinesfalls ein Ersatz für die bisherigen Formate. Schon nach einigen Teilnahmen macht sich „digitale Müdigkeit“ (HORIZONT) breit. Denn das Fehlen einer ganzen Summe an sinnlichen Reizen macht schnell deutlich, dass wir uns lediglich vor dem Bildschirm befinden und echte Zusammengehörigkeit (‚a sense of unity‘) ausbleibt. Das muss sich ändern, und zwar schnell.

 

‚Best of Both‘ lautet daher unsere Vision für die Kommunikation im Raum, ein fließender Übergang zwischen neuen digitalen und erprobten analogen Elementen – sobald eine Rückkehr zu Live-Events wieder möglich ist. Eine flexible Kombination, insbesondere geeignet in Zeiten einer Navigation ‚auf Sicht‘. Die strategische Ausrichtung verteilt sich dabei auf Wissen, Content und Networking im digitalen Raum, Erlebnis und Socializing vor Ort. Mit ineinandergreifenden Schnittstellen und der Chance, wiedererkennbare digitale Pendants zu schaffen. Ausgezeichnet gerade durch ihre unterschiedlichen Erlebnisweisen – ‚digitales Knuddeln‘ sozusagen. 
 

Wir freuen uns sehr darauf.
 

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